Die Kartoffel-Kampagne
Der Osnabrücker Verein Help Age will mit einer Kampagne an Restaurants und Grundschulen das Nachhaltigkeits-Potenzial der Kartoffel veranschaulichen. Geplant sind ein Aktionstag „Bunte Knolle“ mit mehreren Restaurants, die unbekannte Kartoffelgerichte aus der Ernte „experimentierfreudiger Biobauern“ anbieten, sowie Kooperationen mit Grundschulen, in denen für die Lehrer ein Medienpaket vorbereitet wird. Die Urahnen aller 7500 Kartoffelsorten stammen aus Peru. Ihren Anbau in Deutschland befahl im Jahr 1756 Friedrich der Große. Die Industrialisierung Europas im 19. Jahrhundert basiert auch auf dem „grünen Gold der Inkas“ als billiges Grundnahrungsmittel. Doch der industrielle Anbau führte auch zum Verlust der Artenvielfalt. Die Proteste gegen die Rücknahme der beliebten Sorte „Linda“ vom Markt und der wachsende Absatz von Biokartoffeln zeigen das wachsende Verbraucherinteresse an „guten Kartoffeln“. Die Kartoffel-Kampagne beweist, dass Nachhaltigkeit oft viel näher liegt, als man glaubt. Manchmal liegt sie sogar auf unserem Teller.
Live-Krimi und Theatercamp
Dem Sonnenberg Kreis e.V. aus dem niedersächsischen St. Andreasberg gelingt es, Bildung für Nachhaltigkeit in die offene Jugendarbeit zu integrieren. Geplant sind eine Fahrrad-Erlebnis-Tour zur Globalen Landwirtschaft mit der Landjugend Sachsen-Anhalt, ein „Live-Krimi“ in Quedlinburg, ein Geländespiel „Regionale Beschaffung vs. Global Sourcing“ in Altmark und ein Theatercamp „Klimawandel essen“ u.a. mit Jugendlichen aus Ghana und Israel. „In der offenen Jugendarbeit sind entsprechende Angebot noch sehr selten. Die Ursachen liegen in Berührungsängsten der Jugendzentren und den umwelt- und entwicklungspolitischen Initiativen und in fehlenden Methoden, die den Herausforderungen der offenen Jugendarbeit begegnen“ heißt es in der Empfehlung des Fachbeirates.
Banglasdesh im Kölner Karneval
Ist die Bedrohung durch den Klimawandel ein Thema für den Karneval? Künstler aus Bangladesh sagen: ja. Die Evangelische Kirche im Rheinland nimmt sich innerhalb der Klima-Kampagne „Heiße Zeiten“ des Eine Welt Netz NRW vor, das Thema Klimawandel nicht nur mit Lehrern und Schülern wie gewohnt zu behandeln, sondern es zusätzlich in Kooperation mit der Kunsthochschule Dhaka anzugehen und es dann noch beim Schull- un Veedelszoch im Kölner Karneval zu präsentieren. Das ganze geschieht in fünf Schritten: Lehrerfortbildung, Unterricht, Kunstprojekt, Karnevalsumzug, Internet-Dokumentation. Als Schirmherrin der Aktion konnte die bei Kindern sehr bekannte Moderatorin der Kika-Sendung „Wissen macht Ah!“, Shari Reeves, gewonnen werden.
Klima-Parcours im Hanf-Feld
In einem Nutzhanffeld in Telgte bei Münster schnitten die Engagierten des Vereins Zwischenzeit ein Labyrinth. Darin findet sich ein Parcours mit Stationen aus Südamerika, z.B. zu Konflikten bei der Landverteilung oder dem Schutz des Regenwalds und der biologische Vielfalt. Lehrer konnten sich in eigenen Fortbildungen darauf vorbereiten, ihre Schulklassen durch das Labyrinth zu führen. Die Schüler haben ihre Erfahrungen nach dem Besuch in einem Mal- und Tüftelheft vertieft. Nachdem das Feld abgeerntet wurde, ist das Labyrinth zwar vorerst verschwunden, doch die Ausstellungstafeln der Stationen werden von den „Zwischenzeitlern“ gerne für die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit ausgeliehen.
WeltGarten Witzenhausen
Das hessische Witzenhausen ist Standort des bundesweit einmaligen Bildungsprojektes „Weltgarten“, das zum Deutschen Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft gehört. Im Projekt werden Bildungsmaterialien und Lernkisten zu nachwachsenden Rohstoffen entwickelt, z.B. Kartoffeln, Ölpalme, Baumwolle oder Mais. Die Konzepte sollen bei Projekttagen und Klassenfahrten eingesetzt werden. Zu den Methoden gehören Rallyes, Lernstationen und Rollenspiele.
Rasende Energie-Reporter
Kinder und Jugendliche aus Deutschland und Frankreich werden von Multiplikatoren des Bonner Wissenschaftsladens dazu angeleitet, als Reporter zu erneuerbaren Energien in Münster, Dortmund und Bonn zu recherchieren. In Landkarten und Podcasts werden die Ergebnisse mit der Nutzung erneuerbarer Energien in Entwicklungsländern verglichen.
Globales Lernen und Medienkompetenz
Vom Eine Welt Netzwerk Thüringen werden Projektwochen zu Globalem Lernen und Medienkompetenz in Jena und Umgebung realisiert. Ziel ist es, Schülerinnen Medienkompetenz zu vermitteln, indem sie sich z.B. intensiv mit Kinderarbeit und Wasser als globalem Gut befassen. Als Abschluss gibt es eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse im Internet sowie als Radiobeträge.
Schul-Wettbewerb vom „Tatort e.V.“
Nach ihren erschütternden Erfahrungen bei den Dreharbeiten zum „Tatort Manila“ gründeten die Kölner-Tatort-Kommissare 1998 einen Verein, der sich für Kinder auf den Philippinen einsetzt. Dessen Wettbewerb „Vernetzte Erde“ ruft jetzt Schüler dazu auf, sich in Fächer verbindenden Unterrichtsprojekten mit der Einen Welt zu befassen. Dazu werden zur Unterstützung Projekt-Materialien entwickelt, die Recherchehinweise von den Philippinen geben. Teilnehmende Schulen sollen ihre Ergebnisse in einer Medienproduktion zusammenführen.
Kalender zum Fairen Handel
Die Mitglieder der Christlichen Arbeiterjugend aus Osnabrück haben eigentlich zu viele eigene Sorgen, um sich noch den Kopf der Familien von Kaffeebauern zerbrechen. Sie wollen es dennoch tun und entwickeln einen Kalender mit dem Schwerpunkt Fairer Handel. Dabei entwickeln sie auch Methoden für ihre Arbeit mit Schulklassen, Fortbildungen und Aktionen zum Fairen Handel außerhalb der Schule. Der Beirat empfahl das Projekt, weil helfen kann, den Fairen Handel innerhalb der katholischen Jugendarbeit wieder stärker zu verankern.
Multiplikatoren fürs Münsterland
Der Weltladen „la tienda“ in Münster bildet jetzt seine eigenen Referenten zum Fairen Handel aus. Rund 20 Studenten werden dabei gezielt mit den Methoden und Inhalten der entwicklungs- und umweltpolitischen Bildungsarbeit vertraut gemacht und informieren anschließend in Schulen, Kindergärten und Jugendgruppen mit anschaulichen Beispielen zur nachhaltigen Entwicklung.